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6 Schweinebacken und die Kraft der 20 Herzen

Der Heimatverein in Gehlenbeck hatte zum alljährlichen Stippgrütze-Essen geladen

 

von Gerhard Terstegge

 

Wenn man wissen möchte, was sich hinter „Stippgrütze“ verbirgt, genügt ein Blick in Wikipedia, das allwissende Lexikon im Internet – oder man schaut den aktiven Mitgliedern des Gehlenbecker Heimatvereins über die Schulter, wenn sie in guter alter Tradition diese westfälische Spezialität zubereiten.

Im „Gehrmker Hius“ ist das Wasser über dem Holzfeuer im Manteltopf angeheizt und drei zerlegte Schweineköpfe werden vorsichtig darin versenkt. Hinzu kommen noch zwanzig Schweineherzen, Leber und die nötigen Gewürze (Pfeffer, Zwiebel, Porree, Lorbeerblätter und Salz). Zwei Stunden haben die Hobbyköche jetzt Zeit für ein kleines Schwätzchen über die „gute alte Zeit“, in der das Stippgrütze-Kochen in den Bauernhäusern weit verbreitet war. Man erinnert sich gern daran und jeder weiß eine Geschichte beizutragen. Dann ist es so weit, der leicht süßliche Dampf steigt auf, wenn der Deckel vom Topf genommen und die Fleischstücke in die „hölten Mouln“ (hölzerne Molle) gelegt werden.

 

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Viele fleißige Hände lösen Fleisch und Schwarten vom Knochen, zerschneiden sie zu handlichen Stücken, die Wilhelm Kuhlmann durch die „Wösse-Mühlen“ (Fleischwolf) schickt. Inzwischen wird der Sud durchgesiebt, um kleine Knochenstücke und Eiweißflocken zu entfernen. Dann geht er zurück in den großen Topf, die fein zerkleinerten Fleischstücke werden hinein gegeben und dann mit der bereits eingeweichten „Gassengötte“ (Gerstengrütze) vermengt.

 

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Noch einmal wird mindestens eine Stunde lang mit dem großen Löffel umgerührt. Natürlich wechselt Mann sich dabei ab und trinkt auch schon mal einen Korn dazu. Und dann ist das „einfache“ aber gehaltvolle Mahl gekocht. Bis zum nächsten Tag bleibt Zeit genug, die Masse fest werden zu lassen.

Bis auf den letzten Platz waren am folgenden Freitagabend die Tische im Heimathaus besetzt. Während die Aktiven die Stippgrütze mit Graubrot und einer Tasse Kaffee servierten, ließen sich schon die Ersten diese typische Winterspeise schmecken. Und sie vergaßen dabei nicht, über ihre Kindheitserinnerungen zu plaudern. Das Essen war damals einfach, das Leben sicher nicht immer.

 

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(Dieser Artikel erschien am 24.1.2012 in der "Neuen Westfälischen"

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(Am 1.1.2017 fällt das Kaffeetrinken aus!)