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Ortsnamen haben ihre eigene Geschichte

Aber nicht immer liegt die Bedeutung der Orts- und Flurbezeichnungen einfach auf der Hand

 

von Gerhard Terstegge

 

Wenn man an den Geschichtsunterricht zurück denkt, dann drängen sich Jahreszahlen und Herrschernamen immer schnell in den Vordergrund. Dabei gibt es durchaus andere Anknüpfungspunkte, wenn man sich für längst Vergangenes interessiert. Das „Forschungsprojekt Ortsnamen zwischen Rhein und Elbe der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen“ sucht diese geschichtlichen und sprachlichen Wurzeln, die zur Zeit für unseren Bereich in einem Ortsnamenbuch zusammen gestellt werden. IMG 4977-nw

 

Nicht immer hat Wikipedia Recht, auch wenn es sprachlich so nahe zu liegen scheint. Gehlenbeck verdankt seinen Namen wohl nicht einem „gelben Bach“. Nach den Recherchen in der Fachliteratur findet sich das Adjektiv „gelb“ nämlich nie in Ortsnamen. Eine andere Deutung, die gelegentlich auftaucht, bezieht sich auf den Personenname Gêlo, der aus dem Raum Corvey belegt ist. Dagegen spricht, dass Personennamen sehr selten mit -bach oder -beke verknüpft wurden.

 

Der Mühlenbach, der durch Gehlenbecks Dorfzentrum fließt, wird als „gehle bieke“ bezeichnet. In der Dorfgeschichte sind die ersten Wohnsiedlungen in seiner unmittelbaren Nähe zu finden gewesen. Neben dem Trinkwasser sorgte er für die Bewässerung der anliegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen und später für den Antrieb mehrerer Wassermühlen. Das nötige Gefälle bringt der Bach, der südlich des Quellsieks im Wiehengebirge entspringt, mit. In Mühlteichen angestaut, konnten entlang des Bachlaufs bis zu fünf Mühlen die Wasserkraft nutzen. 1912 nach der Elektrifizierung Gehlenbecks wurden sie auf die neue Energiequelle umgestellt und sind mittlerweile bis auf Andeutungen in der Bausubstanz ganz verschwunden.

 

Dr. Kirstin Casemir und Dr. Birgit Meineke beziehen sich bei der Namensdeutung auf das altsächsische Wort „gêl“ und das mittelniederdeutsche „gêil“. Sie wurden damals im Sinn von munter, üppig, übermütig, fruchtbar und kräftig verwendet. Nach Deutung des Instituts der Akademie der Wissenschaften finden sich damit diese Eigenschaften, ein munter fließender Bach mit fruchtbaren Uferzonen, in „gehl“ wieder und dürften eine plausible Ableitung des Ortsnamens „Gehlenbeck“ darstellen.

Wer hat nun Recht in seiner Vorstellung über die Herkunft unseres Ortsnamens? Belassen wir es - weil es annehmbar klingt - beim gelben Bach, der vielleicht bei stärkeren Niederschlägen gelbes Lehmwasser führte, so ist dies ohne Zweifel eine volksethymologische Deutung. Folgen wir der "Akademie der Wissenschaften", so erhalten wir eine überaus interessante - aber sprachwissenschaftlich begründete - Erklärung.

 

 

aktuelle Notiz

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